Die ersten Minuten: Schritt für Schritt

  1. Sofort aus dem Wasser holen und ausschalten. Solange Strom fließt, kann Feuchtigkeit auf der Platine Kurzschlüsse und Korrosion auslösen. Schalten Sie das Gerät auch dann aus, wenn es noch normal zu funktionieren scheint.
  2. Nicht laden. Stecken Sie weder Ladekabel noch Kopfhörer ein, bis das Handy geprüft ist.
  3. Hülle und SIM-Karte entfernen. Unter der Hülle hält sich Wasser besonders lange. Auch die SIM-Schublade sollte heraus, damit Luft an die Öffnung kommt.
  4. Außen abtrocknen. Tupfen Sie das Gerät mit einem fusselfreien Tuch ab. Halten Sie es mit den Anschlüssen nach unten und klopfen Sie es vorsichtig gegen die Handfläche, damit Wasser aus Lautsprecher und Ladebuchse laufen kann.
  5. Keine Hitze. Föhn, Heizung, Backofen oder pralle Sonne können Kleber, Dichtungen und den Akku beschädigen.

Warum Reis nicht hilft

Der Tipp mit dem Reis hält sich hartnäckig – dabei bringt er wenig. Reis entzieht dem Inneren des Handys kaum Feuchtigkeit. Stattdessen können kleine Reiskörner und Stärkestaub in Ladebuchse und Lautsprecheröffnungen gelangen. Auch Apple rät ausdrücklich davon ab, ein iPhone in Reis zu legen. Wertvoller als jede Stunde im Reis ist der schnelle Weg in die Werkstatt.

Mein Handy ist doch wasserdicht – oder?

Viele Smartphones sind nach IP67 oder IP68 gegen Wasser geschützt. Getestet wird dieser Schutz aber unter Laborbedingungen mit Süßwasser und an neuen Geräten. Im Alltag lässt er nach: Dichtungen altern, ein Sturz kann den Rahmen verziehen, und nach einer Reparatur ist ein Gerät oft nicht mehr so dicht wie ab Werk. Besonders problematisch sind Salzwasser, Chlorwasser, Seifenwasser, Getränke und heißer Dampf, etwa aus der Dusche.

Die Flüssigkeitswarnung beim iPhone

Erkennt ein iPhone Feuchtigkeit in der Ladebuchse, zeigt es eine Warnung an und unterbricht das Laden über Kabel. Ziehen Sie dann alle Kabel ab und lassen Sie das Gerät an einem trockenen Ort mit etwas Luftzug liegen. Laut Apple kann das Trocknen bis zu 24 Stunden dauern. Erscheint die Warnung danach immer noch, sollte die Ladebuchse geprüft werden.

Wann Sie Ihr Handy in die Werkstatt bringen sollten

Am besten sofort – auch wenn das Handy noch funktioniert. Feuchtigkeit und gelöste Mineralien setzen sich auf der Platine ab und lösen Korrosion aus, die oft erst Tage später zu Ausfällen führt. Spätestens bei diesen Anzeichen sollten Sie nicht mehr warten:

  • Das Handy lässt sich nicht mehr einschalten oder startet ständig neu.
  • Im Display sind Flecken, Streifen oder Feuchtigkeit hinter dem Glas zu sehen.
  • Der Ton klingt dumpf, oder die Kamera zeigt ein trübes Bild.
  • Das Gerät wird warm, obwohl Sie es nicht benutzen.
  • Es war Salz-, Chlor- oder Seifenwasser oder ein Getränk im Spiel.

In unserer Werkstatt öffnen wir das Gerät, reinigen die Platine von Rückständen und prüfen, welche Bauteile betroffen sind. So lässt sich oft noch retten, was beim Trocknen „von außen“ verloren wäre. Mehr dazu auf unserer Seite zur Wasserschaden-Reparatur in Kassel.

Und wenn es nicht mehr angeht?

Auch dann lohnt sich der Weg zu uns. Oft können wir das Gerät zumindest so weit instand setzen, dass sich Fotos, Kontakte und Chats sichern lassen. Mehr dazu unter Datenrettung vom Handy.